(Quellen: Mennonite and Brethren in Christ - World Directory 1998, zusammengestellt durch Mennonitische Weltkonferenz, Straßburg; Mennonitisches Jahrbuch 2000. Gezählt werden die getauften Glieder). Ging die Täuferbewegung einst vom Zentrum Europas aus, so findet sich heute die Mehrheit der Mennoniten in Nordamerika (vor allem durch Auswanderungen) und Afrika (durch Mission). In Europa sind es ca. 62.000. In Deutschland (rund 40.000) hat sich das Bild in den vergangenen 20 Jahren stark gewandelt und gestaltet sich unübersichtlich. Das kann nicht anders sein in einer konsequent kongregationalistisch organisierten Freikirche. Hinzu kommt, daß seit 1972 viele Mennoniten aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland auswanderten, nachdem dies möglich wurde. Oft sind sie so zahlreich an einem Ort vertreten, daß sie rasch eigene und große Gemeinden gründen konnten. Selten suchten sie Anschluß an bereits bestehende Gemeindeverbände. Heute bilden sie in Deutschland bereits die Mehrheit. Die älteren deutschen Mennonitengemeinden sind in der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland, K.d.ö.R., (AMG) zusammengeschlossen, ca. 6.200 Gemeindeglieder in 52 Gemeinden. Diese setzt sich aus drei Regionalverbänden zusammen (Vereinigung der Deutschen Mennonitengemeinden: Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Berlin-Brandenburg; Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutscher Mennonitengemeinden: Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland; und Verband deutscher Mennonitengemeinden: Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz). Die AMG ist in der Ökumene auf verschiedenen Ebenen integriert: Vereinigung Evangelischer Freikirchen, Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland und in Teilen auch im Ökumenischen Rat der Kirchen. Die Rußland-Deutschen Mennoniten bilden verschiedene Zusammenschlüsse: In der Arbeitsgemeinschaft zur geistlichen Unterstützung in Mennonitengemeinden sind in 24 Gemeinden 5.600 Gemeindeglieder vertreten. Seit 1989 gibt es den Bund Taufgesinnter Gemeinden mit 28 Gemeinden und ca. 6.000 Gliedern. Die größte Zahl, die aber eher auf Schätzungen zurückgeht und ganz unterschiedlich angegeben wird, bilden derzeit die unabhängigen Brüdergemeinden, die sich nicht in größeren Zusammenhängen organisieren. Sie wird mit ca. 20.000 Gliedern in 74 Gemeinden angegeben. Die anderen Mennoniten-Brüdergemeinden sind mit 15 Gemeinden (insgesamt 1892 Glieder) in der Arbeitsgemeinschaft der Mennonitischen Brüdergemeinden in Deutschland zusammengeschlossen, hinzu kommen 7 Gemeinden (226 Glieder) im Verband Mennonitischer Brüdergemeinden in Bayern. Eine kleine Zahl von 205 Gliedern bilden die auf Missionstätigkeit zurückgehenden 7 Gemeinden der Mennonitischen Heimatmission.
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